Steuerinformationen

Kurzinformation zur steuerlichen Absetzbarkeit von Aufwendungen für die berufliche Aus- und Fortbildung

 

Wann sind Bildungsmaßnahmen steuerlich absetzbar?

Aufwendungen für Bildungsmaßnahmen sind im Rahmen der Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit als Werbungskosten bzw. im Rahmen von betrieblichen Einkünften als Betriebsausgaben abzugsfähig, wenn Sie Kosten für Fortbildung, Ausbildung oder eine umfassende Umschulung darstellen.

 

Ausgaben und Aufwendungen zur beruflichen Fortbildung werden als Werbungskosten anerkannt, wenn Sie dazu dienen, im jeweils ausgebübten Beruf auf dem Laufenden zu bleiben, um den jeweiligen Anforderungen gerecht zu werden. Merkmal beruflicher Fortbildung ist es, dass sie der Verbesserung der Kenntnisse und Fähigkeiten im bisher ausgeübten Beruf dient.

 

Zusätzlich können aber auch Ausgaben und Aufwendungen für Umschulungsmaßnahmen abzugsfähig, wenn sie derart umfassend sind, dass sie einen Einstieg in eine neue berufliche Tätigkeit ermöglichen, die mit der bisherigen Tätigkeit nicht verwandt ist.

 

Von der steuerlichen Absetzbarkeit ausgeschlossen sind Aufwendungen für Ausbildungen, die der privaten Lebensführung dienen (z.B. Persönlichkeitsentwicklung ohne beruflichen Bezug, Sport, Esoterik, B-Führerschein).

 

Als typische Aus- und Fortbildungskosten kommen insbesondere in Betracht:

  • Kurs- und Seminarkosten (gegenständlich die monatlichen Studiengebühren sowie die Semesterpauschalen)
  • Kosten für Lehrbehelfe (Literatur, Skripten, Kosten für Kopien)
  • Nächtigungskosten (tatsächliche Kosten oder derzeit €15,00 pro Nacht im Inland bzw. €27,90 für Deutschland)
  • Tagesgelder (€26,40/Tag im Inland, höhere Tagessätze für Ausland - für Deutschland €35,30)

 

Vorraussetzungen:

  • mind. 3 Stunden Dauer (für jede Stunde ein Zwölftel der €26,40, ab einer Dauer von 12 Stunden steht das volle Taggeld zu)
  • mind. 25km Entfernung für einfache Fahrtstrecke
  • max. für 5 Tage, wenn regelmäßig wiederkehrend bzw. einmal wöchentlich am selben Ausbildungsort oder
  • max. 15 Tage bei unregelmäßig wiederkehrendem Ausbildungsort
  • Fahrtkosten (z.B. Kilometergeld €0,42 pro km, Zugtickets)
  • Anteilige Kosten für Laptop, Internet und sonstige Arbeitsmittel

 

Wann und bei welchen Einkünften sind Bildungskosten absetzbar?

Aus-, Fortbildungs- und Umschulungskosten können im Rahmen der Einkommenssteuererklärung bzw. im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung in jenem Jahr abgesetzt werden, in dem sie geleistet werden. Kosten für eine umfassende Umschulung, die auf die tatsächliche Ausbildung eines anderen Berufs abzielen, stellen sogenannte "vorweggenommene Werbungskosten" dar, die mit anderen (auch selbstständigen) Einkünften ausgleichsfähig sind.

 

Wie viel bekommen Sie vom Finanzamt zurück?

Je nachdem in welcher Einkommensstufe Sie sich befinden, bekommen Sie Ihren jeweiligen Grenzsteuersatz vom Finanzamt zurück:

36,50% ab einem Jahreseinkommen von €11.000,00

43,21% ab einem Jahreseinkommen von €25.000,00

50% ab einem Jahreseinkommen von €60.000,00

 

Beispiel

Zahlen Sie im Jahr 2013 bei einem steuerpflichtigen Jahreseinkommen nach Sozialversicherung von €34.000,00 (das sind ca. 14-mal €3000,00 Brutto) für ihre Ausbildung €4.500,00, bekommen Sie im Rahmen Ihrer Veranlagung €1.944,45 zurück und zahlen für ihre Ausbildung tatsächlich nur €2.555,55.

 

Verdienen Sie pro Monat €1.900,00 Brutto, ergibt dies ein steuerpflichtiges Jahreseinkommen nach Sozialversicherung von ca. €22.000,00. Kostet Ihre Ausbildung €4.500,00, bekommen Sie in diesem Fall €1.642,50 zurück und zahlen tatsächlich nur €2.857,50 für Ihre Ausbildung.

 

 

Freibetragsbescheid - bis 31.10.2013
Für all jene, die nicht auf ihre Arbeitnehmerveranlagung 2013 warten wollen, besteht die Möglichkeit bis zum 31. Oktober des laufenden Jahres beim Finanzamt (Formular L54) einen Freibetragsbescheid zu beantragen, um die Werbungskosten (mind. €900,00) bereits in der laufenden Lohnverrechnung zu berücksichtigen.

 

Extra für Dienstgeber: Bildungsfreibetrag bzw. Bildungsprämie

Werden Aufwendungen für die oa Bildungsmaßnahmen vom Dienstgeber getragen, sind diese beim Dienstgeber als Betriebsausgaben abzugsfähig. Darüber hinaus kommt beim Dienstgeber ein gewinnsenkender Bildungsfreibetrag von 20% bzw. alternativ eine Bildungsprämie iHv 6% der begünstigten Bildungsmaßnahmen in Betracht.

 

 

Die obenstehenden Informationen sind allgemeiner Art. Bezüglich deren Anwendbarkeit auf spezifische Einzelfälle sollte in jedem Fall fachkundiger Rat eingeholt werden.

 

Ihre Ansprechperson bei BFP: Mag. Evamaria Friedrich, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

BFP, 8010 Graz, Schubertstraße 62, Tel.: 0316/3637 0, www.bfp-graz.at

 

 

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